Rückschau: Veranstaltung zu Diskriminierungsdimension ethnische Herkunft/ Rassismus mit Fokus auf Anti-Schwarzen Rassismus

Rückschau: Veranstaltung zu Diskriminierungsdimension ethnische Herkunft/ Rassismus mit Fokus auf Anti-Schwarzen Rassismus

Die von ZuZ - Zimmermann und Zenth ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe #aggschuetzt - Diskriminierungsschutz in der Praxis hat sich in der vierten Veranstaltung am 11.01.2022 mit der Diskriminierungsdimension "Ethnische Herkunft/Rassismus" beschäftigt. 

Worum geht es in der Reihe? Diskriminierung vermeiden und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu begegnen, ist in der Regel eine vielschichtige Aufgabe, die an bestehenden Strukturen rüttelt - eine Mammutaufgabe also. Hierfür braucht es Unterstützung und regelmäßigen Austausch. ZuZ bietet mit dem wiederkehrenden Format #aggschuetzt - Diskriminierungsschutz in der Praxis die Möglichkeit dazu.

In der Veranstaltung lag der Fokus in Bezug auf den kürzlich erschienenen Afrozensus auf Anti-Schwarzem Rassismus.

Es ist die erste groß angelegte Befragung unter Schwarzen, afrikanischen und afrodiasporischen Menschen in Deutschland. Zuvor gab es so gut wie keine statistischen Daten über die Erfahrungen und Lebensrealitäten der Schwarzen Communities. Befragt wurden zu folgenden Bereichen:

  • Engagement
  • Diskriminierungserfahrungen in 14 Lebensbereichen
  • Anti-Schwarzen Rassismus
  • Umgang mit Diskriminierung
  • Resilienz und Empowerment

Die Autor*innen stellen fest, dass die befragten Menschen seinerseits sehr unterschiedliche Erfahrungen machen, auf der anderen Seite jedoch auch viele Erfahrungen gemein haben.

Etwa auf die Frage "Mir wird ungefragt in die Haare gegriffen." antwortete eine überwältigende Mehrheit von 90,4% mit "Ja".

Eine Person teilte zu dieser Frage folgenden Kommentar: “Ich saß mit dem Buch ‘Deutschland Schwarz Weiß’ von Noah Sow am Hbf. und wurde von einer älteren Dame angesprochen (ohne Vorwarnung, keine Entschuldigung), ob, meine Haare denn echt seien. Während der Frage folgte auch schon der Griff in meine Haare. Ich war bestimmt 30 Sekunden wie gelähmt. Ich klappte mein Buch zu und suchte während dieser Zeit die versteckte Kamera, weil ich wirklich fest überzeugt war, dies wäre ein Test oder Sketch. Ich las dieses Buch!!! Und dann greift mir doch tatsächlich einfach jemand in die Haare. Ich habe es einfach NICHT glauben können.”

Aufgrund der Vielfältigkeit der zu beachtenden Aspekte wurde der Raum für Austausch in dieser Sitzung mit zwei Fallbeispielen geöffnet. Einer der Fälle behandelte den langen Klageweg einer Schwarzen Person, die im Fitnessstudio diskriminiert wurde. Im zweiten Fall ging es um eine rassistische Bezeichnung, die von der „Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes" (ProPK) auf ihrer Website verwendet und auf Anregung der Antidiskriminierungsstelle geändert wurde. 

Wir danken allen Teilnehmenden für die Vernetzung, den Austausch und die wertvollen Impulse und freuen uns auf unsere nächste Veranstaltung der Reihe am 01.02.2022. Dieses Mal befassen wir uns erneut mit der Diskriminierungsdimension „Ethnische Herkunft/Rassismus“, allerdings ohne einen konkreten Fokus.